Mennonitengemeinde Reutlingen

Postanschrift:

Paul-Gerhard Schneider
Martin-Vollmer-Weg 30
72144 Dußlingen
Tel.: 07072 - 6430

Gottesdienst

Gesprächsgottesdienst am 1. Sonntag
Predigtgottesdienst am 3. Sonntag, jeweils 9:45 Uhr

im Haus des CVJM Dußlingen, Martin-Vollmer-Weg 28, 72144 Dußlingen


Über die Gemeinde

Ursprünglich waren im Raum Reutlingen/Tübingen drei Familien, die der Stuttgarter Mennonitengemeinde zugehörten. Mit dem Auto, ab Kriegsbeginn mit der Bahn, besuchten sie dort die Gottesdienste. Die Gegebenheiten nach Kriegsende verhinderten das Reisen nach Stuttgart, und so trafen sich die Familien zum mennonitischen Gottesdienst auf dem Hofgut Hammetweil. Dazu benötigte man die Genehmigung der Militärregierung, denn der Hof lag auf der französisch-amerikanischen Zonengrenze.

Die Anreise geschah für die Tübinger erst mit dem Traktor, später mit dem Holzvergaser, für die Reutlinger mit der Straßenbahn und einem einstündigen Fußmarsch. Gelegentlich  saß auch ein Grenzbeamter im Gottesdienst, der wohl einen Kontrollauftrag hatte. Als immer mehr mennonitische Flüchtlinge zuzogen, waren die Zusammenkünfte in der Hammetweiler Wohnstube nicht mehr möglich und man suchte nach einer Alternative. 1948 wurde die  Mennonitengemeinde Reutlingen gegründet.

Die Gottesdienste und Bibelstunden fanden sonntags in einem Schulsaal der Landwirtschaftsschule statt. Rein rechnerisch hatte die Gemeinde 130 Mitglieder, von denen die meisten aber verstreut auf verschiedenen Dörfern der Schwäbischen Alb und des oberen Donautales lebten und aus verkehrstechnischen Gründen den Gottesdienst nur schwer oder gar nicht besuchen konnten.

Ab 1956 traf sich die Gemeinde im Evangelischen Vereinshaus und als dieses Baumaßnahmen zum Opfer fiel, fand sie Aufnahme im Haus der Süddeutschen Gemeinschaft. Die anfänglich große Zahl von Gemeindegliedern verringerte sich im Laufe der Jahre durch Wegzug, später durch Tod, immer mehr. Die Ost- und Westpreußen suchten und fanden den Kontakt zu ihren Angehörigen aus der Heimat (z. B. Enkenbach) oder sie fanden wieder ihrer Ausbildung angemessene Arbeitsstellen. Junge Menschen kamen meist durch Heirat zu anderen Gemeinden. 

Heute ist die Reutlinger Gemeinde eine Gemeinde meist alter Menschen, die dankbar sind, dass sie die Möglichkeit zum Gottesdienst in der Nähe haben und sie nicht die sonntägliche Reise zur „Muttergemeinde“ Stuttgart unternehmen müssen.

Unseren Auftrag sehen wir in der Gemeinschaft unter Gottes Wort, in der Zurüstung des Einzelnen für ein glaubwürdiges Leben und das Zeugnis im Alltag. Wo es möglich ist, unterstützen wir Menschen, die in missionarischen und diakonischen Aufgaben stehen. 

Christa Hege, Jahrgang 1930, Rentnerin

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